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Finnisch lernen: Warum Vergleiche mit Deutsch oft in die Irre führen?

Beim Finnischlernen können Vergleiche mit dem Deutschen zwar beim Einstieg helfen, führen aber langfristig oft zu Verwirrung. Da Finnisch ganz anders aufgebaut ist als Deutsch, ist es sinnvoller, die Sprache aus ihren eigenen Strukturen heraus zu lernen, statt sie ständig zu übersetzen oder gleichzusetzen.

Warum viele automatisch mit Deutsch vergleichen

Gerade am Anfang ist es ganz natürlich, eine neue Sprache mit der eigenen Muttersprache zu vergleichen. Viele Lernende:

  • suchen direkte Übersetzungen

  • versuchen, deutsche Satzstrukturen zu übertragen

  • ordnen finnische Wörter deutschen Wörtern zu

 

Das fühlt sich zunächst sicher an, kann beim Finnischlernen aber problematisch werden.

Finnisch funktioniert nicht wie Deutsch

Ein zentrales Problem bei Vergleichen ist, dass Finnisch:

  • zu einer völlig anderen Sprachfamilie gehört

  • Bedeutungen oft über Wortformen und Endungen ausdrückt

  • andere Denk- und Ausdrucksweisen nutzt

  • nicht Wort für Wort übersetzt werden kann

 

Viele Strukturen lassen sich nicht sinnvoll ins Deutsche „zurückübersetzen“.

Warum wörtliches Übersetzen zu Fehlern führt

Wenn Lernende Finnisch ständig über Deutsch denken, entstehen häufig:

  • unnatürliche Sätze

  • falsche Wortstellungen

  • Unsicherheit beim Formen von Wörtern

  • das Gefühl, „irgendetwas passt nicht“

 

Besonders beim Sprechen blockiert das ständige Übersetzen im Kopf.

Typisches Beispiel: Wort-zu-Wort-Denken

Viele Lernende versuchen, Sätze so aufzubauen:

Deutsch → Finnisch Wort für Wort

 

Das funktioniert beim Finnischen oft nicht, weil:

  • ein finnisches Wort mehrere deutsche Wörter ersetzen kann

  • Endungen Bedeutungen tragen, die im Deutschen extra ausgedrückt werden

  • die Reihenfolge im Satz variabler ist

 

Das Ergebnis ist häufig Frust – nicht, weil man es „nicht kann“, sondern weil der Ansatz nicht passt.

Wann Vergleiche trotzdem hilfreich sein können

Vergleiche sind nicht grundsätzlich falsch. Sie können helfen:

  • grundlegende Unterschiede bewusst zu machen

  • typische Stolpersteine zu erkennen

  • ein erstes Verständnis zu entwickeln

 

Wichtig ist jedoch, Vergleiche als Erklärungshilfe zu nutzen – nicht als dauerhafte Lernstrategie.

Warum es hilfreicher ist, Finnisch „für sich“ zu lernen

Viele Lernende kommen besser voran, wenn sie:

  • finnische Strukturen als eigenständig akzeptieren

  • Sätze als Ganzes lernen

  • weniger übersetzen, mehr verstehen

  • Finnisch direkt mit Bedeutung verknüpfen

 

So entsteht nach und nach ein Gefühl für die Sprache, ohne den Umweg über Deutsch.

Wie man den inneren Übersetzungsprozess reduziert

Hilfreich ist es:

  • häufig verwendete Sätze automatisiert zu lernen

  • beim Hören nicht jedes Wort übersetzen zu wollen

  • Bedeutungen aus dem Kontext zu erfassen

  • Geduld mit sich selbst zu haben

 

Mit der Zeit wird Finnisch direkter verstanden – ohne ständiges Nachdenken über Deutsch.

Ein realistischer Blick auf den Lernprozess

Am Anfang wird fast jeder vergleichen – das ist normal.
Entscheidend ist, sich Schritt für Schritt davon zu lösen, statt sich dafür zu verurteilen.

Viele Lernende berichten, dass sich Finnisch deutlich leichter anfühlt, sobald sie aufhören, alles ins Deutsche zu „ziehen“.

Wer Finnisch als eigenständige Sprache lernt und Vergleiche bewusst reduziert, entwickelt meist schneller Sicherheit im Verstehen und Sprechen.

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